Stuttgart, 3.3.2016
St. Gallen, 4.3.2016

Des erste Konzertl auf da gemeinsamen Tour mit da Terrorgruppe. Der Club wår sehr groß – so groß, dass i mi glei 4x hintaeinånda in die Backstage-Katakomben verlaufn håb. Kånn åndrerseits auch an die 6 Hüsn liegen, die i ma auf da Fåhrt bereits einegstööt håb. Nun gut, die Terrorgruppe sind sehr nette Leit, die uns glei auf’s Herzlichste mit ana gståndenen Tschenöön (Stereowatschn) begrüßt håm. Auch Axel Kurth von Wizo wår då, und håt si glei amoi üba unsere österreichische Herkunft lustig gmåcht. Wir ertränkten unsren Kummer in 3 Fassln Bier, die im Backstage auf uns warteten.

Wenns diaschtlt, ghert biaschtlt!

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Die Schweizer Zollbeamten san jo prinzipiell nett – leida håm’s uns am Weg nåch St. Gallen net ålle unsre Biervorräte mitnehma låssn. Owa vaschüttet wird sicha nix! So musste jeda von uns auf an Sitz 10 Hüsn austrinken. Bereits guad angeheitert trafen wir oiso in St. Gallen ein.

Fia uns san Konzerte in da Schweiz deswegen so lustig, wö wir 1. die Leit net vasteh’n und 2. die Leit uns hoit umgekehrt a net vastehn. Owa egal, Bier verbindet die Völker, und die internationale Drangla-Solidarität endet a net bei da Schweizer Grenz’.

Wir håm des Publikum nåch ållen Regeln höchsta Biaschtla-Kunst fia de Terrorgruppe aufgwärmt, die nåchher den Laden endgültig zalegt håm. Apropos Zalegung, des håmma nåchher auch noch erledigt. Die Aftershowparty endete im Hinterzimmer einer Kebapbude, wo si no a geile Bar vasteckt håt. Klingt komisch, isses a.

Bis morgen, liebes Tagebuch! Dein Marco.

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Hamburg, 1.3.2016
Köln, 2.3.2016

Die Stadt der Sünde. Bisher war’s eigentlich imma so, dass wir irgendwen von uns auf der Reeperbahn entweder valoren oder auf Kaution freikauf’n musstn. Mit größter Spannung erwarteten wir daher den Abend.

Beim Beginn des Konzerts im gut gefüllten ‚St. Pauli Rock Café‘ (des håt übrigens wenig mit Kaffee, sondern mehr mit Bier am Huat) stolperte Meisterbassist Baz Promüü derart auf die Bühne, dass es ihn sofurt in den ersten Sekunden des Auftritts mitsamt Mikroständer auf die Pappn ghaut håt. Kånn passieren – sollte aber nicht – außer man spielt bei TURBOBIER, daun passt’s wieder.

Selbst ein Gast aus dem 17. Wiener Gemeindebezirk (Hernois) war anwesend. Wir fühlten uns fast heimisch. A Simmeringer wär uns trotzdem liaba gwesn.

Die Aftershow-Party bestritten wir wie geplant auf der Reeperbahn. Ich kann euch nur einen Tipp mitgeben: wenn 100% einer Crew mi’m Schädel am Tisch ei’pennt, isses Zeit, ins Hotel zu gehn. Man braucht ja noch Kraft fia’n näxtn Tåg.

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Köln is bekannt für 2 Dinge: Zum einen Kettenfett (eine lokale Lakritzschnaps-Spezialität), und das andre hab ich jetzt vergess’n. Wurscht. Der Club ‚Underground‘ eignet sich perfekt, um sich nach allen Regeln der Kunst ordentlich einen reinzustellen.

Köln – die Stadt des Karnevals – weiß es, ordentlich zu feiern. Vor allem unsre Partykracher wie etwa ‚Das Dranglalied‘ wurden bestens aufgenommen, mitgegröhlt, und wir wurden zu unserer großen Freude auch mit Bier bespritzt. Es war toll. Wir nutzen den ‚Heimvorteil‘, und feierten die Aftershowparty im direkt neben dem Club liegenden Bandappartement. Zum Glück håmma in unsrem Bus durch eine Vielzahl an Beutezügen durch Backstageräume inzwischen mehr Bierkisten ois Equipment gelagert, sodass wir an diesem Abend problemlos mit unsren Reserven durchkamen. Wer schnorrt, der spårt!

Bis morgen, liebes Tagebuch! Dein Marco.

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Berlin, 29.2.2016

TURBOBIER in der Bundeshauptstadt. Wofür das wohl stehen mag? Richtig, Zerbiaschtelung erster Kajüte.

Den Nachmittag vor dem Konzert verbrachten wir auf unterschiedliche Art und Weise: Fredi Füzpappn ging seiner nebenberuflichen Tätigkeit als Beisl-&Kneipeninspekteur nåch. Da macht er nix andres, als 1x komplett die Getränkeliste rauf und runter zu trinken. Baz Promüü håt seine Kronkorken-Sammlung auf Berliner Flohmärkte um einige edle Exponate erweitert, und da Doci Doppler håt sich sportlich beim 2. Kreuzberger Bierkastenlauf betätigt. Meine Wenigkeit håt den weiten Weg ins Radio Fritz-Studio auf sich genommen, um den Berlinern österreichische Mundart näherzubringen. Wenn sich auch nur einer der mehr ois 100k Hörern die Wörter ‚Oachkatzlschwoaf‘ oder ‚Heisltschick‘ gmerkt håt, kann man das schon als Erfolg bezeichnen.

20160229 Turbobier Berlin 12

Das Musik & Frieden is a beschaulicher Laden im Herzen von Kreuzberg. Bereits lange vor der Show fand sich eine stattliche Anzahl von Dranglern und Dranglarinnen zum kollektiven Partei-Bierkonsum vor dem Club ein. Kaum einer ließ sich durch die falsche Bezeichnung an der Tür in die Irre leiten. TschecherantInnen finden halt immer zum Bier.

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Das Konzert selbst war sehr toll. Berlin tanzte, gröhlte und trank. Es war eine Freude. Bei der Zugabe brach sich leider ein Zuschauer beim Pogo-Tanzen das Schienbein und auch das Wadenbein, und musste am nächsten Morgen operiert werden. Er håt sich’s owa net nehmen lassen, mit gebrochenem Haxn noch zum Merch zu humpeln und Shirts zu kaufen. Ka Scherz. Wir wünschen die hiermit scho amoi guade Besserung. Beim näxtn Mal kommst für lau rein, und wir werden dich als klaanes Trostpflaster mit Unmengen Bier überschütten.

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Bis morgen, liebes Tagebuch! Dein Marco.

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Landshut, 27.2.2016

Wir wår’n in den letzten 12 Monaten 4x in Landshut zu Gast. Dass in der niederbayrischen Landeshauptstadt eine derart große Nachfrage an TURBOBIER-Konzerten vorherrscht, låsst’ sich wohl nur mit einer überdurchschnittlich hohen Landshuter Drangla-Dichte argumentieren. Und Dichtheit wird hier generell großgeschrieben. Vielleicht fühlen wir uns deshalb hier wohl wie die Maden im Speck.

Gestern wår’ ma in der Alten Kaserne beim Fight Night Festival zu Gast. Der Veranstalter Michael H. gilt als Pionier der TurboBewegung in Bayern, als Bombast größter Dranglakunst, als Idealbild eines jeden Tschecheranten, kurzum: er ist der Rocky Balboa des Bierkonsums. Die Vorzeichen fia an erfolgreichen Abend in jedweder Hinsicht könnt’n oiso besser net sein!

20160228 Turbobier Landshut 102

So beschritten wir nun nach intensiver Aufwärmphase (du weißt, was gemeint ist, liebes Tagebuch) die Bühne. Nåch ungefähr 5 Songs håt die tobende Meute entdeckt, dass die rund 80cm hohe Bühne bei fortschreitender Alkoholisierung zwår durchwegs a gewissen Hürde is, jedoch auch kein unüberwindbares Hindernis darstellt.

20160228 Turbobier Landshut 348

Durch Anfeuerung unsrerseits wurde daun quasi ab der Hälfte des Konzerts ein beinahe olympischer Stagedive-Contest gestartet. I såg’s da, liebes Tagebuch, es wår wundaboar mit anzuschaun. Für die meisten unsrer Absprung-Gäste endete der Ausflug auf die Bühne nåch circa 20 Millisekunden, weil’s afoch glei wieder rückwärts von da Bühne gfoin san. Somit wårn die 80cm wahrscheinlich doch z’hoch. Wehtan håt si zum Glück kana. Ågsoffene håm anscheinend wirklich immer Glück.

20160228 Turbobier Landshut 270

Bis morgen, liebes Tagebuch! Dein Marco.

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Regensburg, 26.2.2016

Da erste Tåg auf ana Tour is immer wås bsundas. Ålle san guter Dinge – so guter Dinge, dass prinzipiell jeder dazu tendiert, sei gånzes Pulver scho am ersten Tåg zu vaschiaßn. Is aber net so schlimm, weil wir zum Glück über scheinbar niemals endenwollende Drangla-Zauberkräfte verfügen.

turbotour

Gestern is vü richtig grennt. Eine Tour in einer Stådt zu beginnen, welche die zweithöchste Kneipendichte in Deitschlånd håt, war ein Meisterstück unsres Bookers. Bis unter die Zähne mit Blechsemmerl und Spirituosen bewaffnet, versammelte sich bereits zu früher Stunde die lokale Trinkerjugend vor dem Club. Das Konzert wår ausverkauft, wås in Anbetracht der Tatsache, dass wir no niemois in Regensburg gspüt håm, kurzum sensationell wår. Haxn und Hüsn flogen durch die Luft, es wår wundascheen.

20160226 Turbobier Regensburg 54

I wü owa goar net zuviele Worte über des Konzert verlieren, denn das eigentlich Lustige geschah ja im Anschluss. Nåchdem wir im Club die ganze Bar erfolgreich ausgetschechert haben, und uns die Kellner dann jegliche Bestellannahme verweigerten, drängte sich die Frage auf, wo die Reisegruppe Alkohol (wie wir uns selbst liebevoll nennen) nun weiterbiaschtln soll. Ein Mädel hatte die glorreiche Idee, afoch in die schon geschlossene Bar ums Eck zu gehen, wo sie sunst ihrem Studentenjob nachgeht. Schlüssel hatte sie jo dabei. Spitzen Idee! I kann euch sagen, wenn unsereins in eine Bar kommt, um dort selbst den Ausschank zu machen, sich im Cocktail-mixen übt, und die Skills im ‚Bier-direkt-aus-dem-Zapfhahn-trinken’ perfektioniert, daun isses eine wahre Freude. I såg’s eich: Sodom und Gomorrha.

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Ob die Freude ebenso groß beim Besitzer des Lokals sein wird, waun er am nächsten Morgen seine Bar im heillosen Chaos vorfindet, bleibt offen. Wir werden es wohl nie erfahren. Den Studentenjob is sie auf jeden Foi los.

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Bis morgen, liebes Tagebuch! Dein Marco.